FILMPROGRAMM 17.-18. Mai
Red Square Kino: Eastern Europe On screen
DER PROZESS: DER STAAT RUSSLAND GEGEN OLEG SENTSOV
Oleg Sentsov wurde 2014 nach der russischen Annexion der Halbinsel Krim
dort festgenommen und ist seither im Gefängnis. Im August 2015 wurde dem
ukrainische Filmregisseur die Planung terroristischer
Handlungen vorgeworfen. Anschließend wurde er zu 20 Jahren Lagerhaft verurteilt. Hintergrund seiner Anklage ist sein politisches Engagement auf dem Euromaidan und seine Kritik an der
russischen Regierung. Askold Kurov dokumentiert in seinem Film das
Gerichtsverfahren und stellt gleichzeitig die Absurdität des Prozesses
heraus. Bemühungen von Familie, Freund*innen, Anwält*innen und auch die
Solidarität von berühmten Filmemacher*innen im Kampf um Sentsovs Freiheit
zeigt der Film ebenso wie die Rigorosität russischer Staatsjustiz. Im Mai
2018 trat Sentsov für 145 Tage in den Hungerstreik, den er unter Androhung
der Zwangsernährung beendete.

Im Anschluss Diskussion und Filmgespräch mit Regisseur Askold Kurov und
Peter Franck (Amnesty International) über das russische Justizsystem, die Menschenrechtslage und politische Gefangene in Russland.

Zu Gast: Regisseur Askold Kurov, Peter Franck von Amnesty International

Estland, Polen, Tschechien, 2017

70 Min

Sprachen: Russisch, Ukrainisch, Englisch Original mit englischen
Untertiteln

Regie: Askold Kurov

Kamera: Askold Kurov

Schnitt: Michał Leszczyłowski, Evgeny Zaozernykh
Filmgewordene Solidarität mit dem 2014 auf der Krim verhafteten Regisseur Oleg Sentsov, der eine 20-jährige Haftstrafe in Sibirien absitzt. Verurteilt wurde er wegen Terrorismus; sein Fall ist ein Beispiel russischer Willkürjustiz. Nach dem Film folgt ein Gespräch über menschenrechtlich engagiertes Filmemachen und die Situation politischer Gefangener in Russland.
Screening: 17. Mai,
17:00 Uhr

70 Min

Sprachen: Russisch, Ukrainisch, Englisch Original mit englischen
Untertiteln

Estland, Polen, Tschechien, 2017

Trailer


© Marx Film
CRYSTAL SWAN / KHRUSTAL
Evelina (elektrisierend: Alina Nasibullina) ist anders. Anders als die
pöbelnden Jungs im Bus, als ihre patriotische Yogi-Mama, als ihr
zugedröhnter Freund Alik und die Mädchen, die 1996 mangels Perspektiven nur
eins suchen: einen Mann zum Heiraten. Evelinas Heimat ist nicht Minsk oder
Belarus, sondern House Music, ihr Ziel sind die Clubs in Chicago, wo die
befreienden Bässe zuerst gespielt wurden. Um ihr Ziel zu erreichen, muss sie
aber zunächst ein US-Visum ergattern und das geht nicht ohne festen Job.
Findig gibt sie sich als Managerin einer Kristallfabrik in der Provinz aus.
Alles scheint zu funktionieren, doch dann stellt sich heraus, dass das
Telefon, dessen Nummer sie bei der US-Botschaft angegeben hat, nicht in der
Fabrik klingelt, sondern bei einer chaotischen Familie auf dem Lande. Also:
Nichts wie hin, um den ersehnten Anruf nicht zu verpassen. Voller Klischees
und doch nie übertrieben zeichnet Regisseurin Darya Zhuk das Bild einer
unangepassten Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist.

Im Anschluss Filmgespräch mit Regisseurin Darya Zhuk.

Belarus, Deutschland, USA, Russland, 2018

93 Min

Sprache: Russisches Original mit englischen Untertiteln

Regie: Darya Zhuk

Kamera: Carolina Costa

Schnitt: Michał Leszczyłowski, Sergey Dmitrenko

Cast: Alina Nassibullina, Ivan Mulin, Yury Borisov, Svetlana Anikey, Ilya
Kapanetz
Evelina ist DJane, House-Fan und arbeitslose Juristin. In Minsk 1996 will sie nur eins: weg und zwar in die USA, zur Wiege der House Music. Um eins der begehrten Visa zu ergattern muss sie allerdings erst einmal ziemlich kreativ werden. Zum Open Air Film erwarten wir die Regisseurin Darya Zhuk, die eigens aus NYC anreist!
Open Air Screening:
17. Mai, 21:00 Uhr

93 Min

Sprache: Russisches Original mit englischen Untertiteln

Belarus, Deutschland, USA, Russland, 2018

Trailer




© Loco Films
MUSTAFA
Mustafa Dzhemilev ist einer der bekanntesten Krimtatar*innen.
Jahrzehntelang kämpfte er nach der Zwangsumsiedlung seiner Landsleute 1944
für die Rückkehr zur Krim. Er saß in Gefängnissen und war 15 Jahre lang in
einem sowjetischen Arbeitslager inhaftiert. Er trat in einen 303 Tage
währenden Hungerstreik. Sein friedlicher Protest gegen die sowjetische
Staatsmacht machte ihn zur Inspiration nicht nur für Krimtatar*innen sondern
auch für andere Dissident*innen. Eigentlich dachte der seit 1961 aktive
Freiheitskämpfer er könne sich zur Ruhe setzen, doch nach der Annexion der
Krim ist die Selbstbestimmung erneut in Gefahr. Dem krimtatarischen
Regisseur Ahmedi-Ernes Saryhkalil ist ein einfühlsames Porträt dieses
beeindruckenden und doch so bescheiden-zurückhaltenden Mannes gelungen.
Kunstvoll verwebt er Animation mit Archivmaterial und Reenactments und
schlägt so eine Brücke von der Vergangenheit in die Gegenwart.

Zu Gast: Regisseur Ahmedi-Ernes Sarykhalil

Sprache: Russisch, Tatarisch, Englisch Original mit englischen Untertiteln

Regie, Kamera, Schnitt: Ahmedi-Ernes Sarykhalil

Cast: Maxim Pasichnyk

Ukraine, 2016

90 Min
Zum 75. Jahrestag der Vertreibung der Krimtatar*innen von der Krim zeigen wir MUSTAFA. Ein filmisches Porträt Mustafa Dzhemilevs, aufrechter Kämpfer für die Rechte der Krimtatar*innen. Der Film verwebt Animationen, Reenactments, Archivmaterial und Material aktueller Ereignisse und verdeutlicht die Bedeutung von Mustafa Dzhemilev und aller Bürgerrechtler*innen. Im Anschluss folgt ein Filmgespräch mit Regisseur Ahmedi-Ernes Sarykhalil.
Screening: 18. Mai,
14:00 Uhr

90 Min

Sprachen: Russisch, Tatarisch, Englisch Original mit englischen Untertiteln

Ukraine, 2016






Kurzfilmprogramm: Queeres Leben – Postsowjetisch
3 Vorführungen. Im Anschluss Filmgespräch mit den Regisseur*innen
Ein Kurzfilmprogramm, das queere Identitäten in Russland, der Sowjetunion und auch in Deutschland zum Thema hat. Jetzt, damals und in Zukunft. Darüber reden wir auch nach den Filmen mit Filmschaffenden und Aktivist*innen.
THE WONDERFUL YEARS
Familienglück oder Lebenslüge? In ihrem Archivfilm dekonstruieren die Regisseurinnen das sowjetische Familienidyll, indem sie ihm geheime Wünsche, Begehren, Hoffnungen einer Frau entgegenstellt, die sich in dem für sie vorgesehenen Ideal nicht wiederfinden kann.

Ukraine, 2018

9 Min

Sprache: Russisch, Ukrainisch Original mit englischen Untertiteln

Regie: Svitlana Shymko, Galina Yarmanova

Schnitt: Svitlana Shymko

Trailer
Screening: 18. Mai,
17:00 Uhr

9 Min

Sprache: Russisch, Ukrainisch Original mit englischen Untertiteln

Ukraine, 2018

Trailer
ALJONA
„It's my party, and I'll cry if I want to ..." Am liebsten würde Alyona nur
mit ihrer Freundin Geburtstag feiern, aber irgendwie haben ihre Kolleg*innen
und Familienmitglieder andere Vorstellungen. Überhaupt, warum hat sie
eigentlich immer noch keinen Freund?

Deutschland, Russland 2017

15 Min

Sprache: Russisches Original mit englischen Untertiteln

Regie: Julia Grauberger

Kamera: Philipp Meise

Trailer
Kurzfilm screening:
18. Mai, 17:00 Uhr

15 Min

Sprache: Russisches Original mit englischen Untertiteln

Deutschland, Russland 2017

Trailer
VOICES
Gesang, Stimmtraining. Wie werde ich zum Mann oder zur Frau? Der Klang der Stimme gilt als ein wesentliches Geschlechtsmerkmal und wird oft zum Hindernis für Transgender-Personen, die um Akzeptanz ringen. VOICES porträtiert Menschen in Moskau und Berlin, die sich Luft machen – mit einer Stimme, die zu ihnen passt.

Russland, Deutschland, 2017

29 Min

Sprache: Russisch, Deutsch Original mit englischen Untertiteln

Regie, Kamera: Pierre-Yves Dalka, Ekaterina Izmestyeva

Schnitt: Ekaterina Izmestyeva
Screening: 18. Mai,
17:00 Uhr

29 Min

Sprache: Russisch, Deutsch Original mit englischen Untertiteln

Russland, Deutschland, 2017

Trailer
RUSSLAND ALS TRAUM / ROSSIYA KAK SON
Russland mit all seiner Lakonie, Surrealität und Brutalität – all das
bietet das filmische Panorama der kleinen Stadt Kansk in der Region
Krasnojarsk in Sibirien als Provinzporträt. Im Bus, auf städtischen Bühnen,
in der Kantine, im Birkenwäldchen, Poesie ist allgegenwärtig. Die Menschen
im Film re-konstruieren ihren eigenen Tod, schweben zwischen Realität und
Traum. Es sind kurze Geschichten, die den Zerfall unserer Zivilisation aus
der Perspektive surrealistischer Gegenwart im Ganzen reflektieren. Der
Omnibusfilm wurde von zwanzig Filmemacher*innen aus aller Welt während des
Internationalen Filmfestivals in Kansk gedreht. In Kansk, das gerade einmal
100.000 Einwohner zählt, spürt man die Vielfalt Russlands, die nicht nur für
Einheimische sondern auch für Fremde begreifbar ist und die bald keine
Fremden mehr sind … Ein ungewöhnlicher Film über die verborgene Supermacht
internationaler Filmfestivals und ein Feuerwerk für die Sinne!

Russland 2016

72 Min

Russisch, Englisch, Deutsch, Niederländisch, Französisch, Chinesisch,
Schwedisch
Original mit englischen Untertiteln

Regie: Andrey Silvestrov, Daniil Zinchenko

Buch: Jan Aleby, Liusa Artemyeva, Leonid Bazhanov, Bertrand Gosselin,
Andrey Guryanov, Vsevolod Emelin, Pim Zwier, Daniil Zinchenko, Yurii
Klavdiev, Andrey Kovalov, Alina Kotova, Anton Kuryshev, German Lukomnikov,
Vyacheslav Mizin, Joke Olthaar, Patricio Plaza, Angelika Ramlow, Andrey
Rodionov, Andrey Silvestrov, Vladimir Usoltsev, Volker Heymann, Vika
Chupakhina, Andre Schreuders

Kamera: Vladimir Usoltsev

Schnitt: Daniil Zinchenko
Was passiert, wenn Wortkünstler*innen aus aller Welt in eine Stadt in Sibirien kommen? Zwanzig Filmschaffende und Künstler*innen schaffen poetischen Raum für Projektionen – Russland als Traum eben.
Screening: 18.Mai,
19:00 Uhr

72 Min

Sprachen: Russisch, Englisch, Deutsch, Niederländisch, Französisch, Chinesisch,
Schwedisch
Original mit englischen Untertiteln

Russland 2016

Trailer