Beweisstück. Ausstellung über LGBT-Hasskriminalität
in Russland
Die Ausstellung Beweisstück / Veschdok ist eine Serie von Werken, die physische Beweise für Hassverbrechen gegen LGBT-Personen in Russland darstellen. Polina Zaslawskaja, eine Künstlerin aus St. Petersburg, illustriert mit leichten Aquarellstrichen die kritische Lage der Menschen, die anders aussehen, anders leben und anders lieben.
Die Aquarellserie wurde als Illustration zu den Alexander Kondakows Forschungen, die von der Rosa-Luxemburg-Stiftung (Moskau) gefördert wurden, zu Hassverbrechen gegen LGBT-Menschen in Russland gemacht. Polina stellt die Schatten von ganz Alltäglichen Gegenständen dar — ein Bügeleisen, ein Gürtel, Flaschen, eine Plastiktüte — die als Instrumente des Verbrechens benutzt wurden. Eine willkürliche Wahl der Objekte berichtet von einem unbeabsichtigten Verbrechen, zeigt aber auch an, dass Angst, Verlangen, Hass, Tabu, Propaganda sowie Unzufriedenheit ihre Kanäle finden und wie geschwollene eitrige Wunden jederzeit und überall explodieren.

Der Fokus der Forschung „Hassverbrechen in Russland“ lag auf die Analyse der Strafurteile zu Verbrechen gegen LGBTQ-Personen vor und nach der Verabschiedung des Gesetzes vom Jahr 2013, welches “Propaganda für nicht-traditionelle sexuelle Beziehungen unter Minderjährigen” verbietet. In der russischen Gesetzgebung werden nicht alle Arten von Hassverbrechen in den Gesetzestexten ausdrücklich erwähnt. Laut dem Strafgesetzbuch der Russischen Föderation wird aber jede Art vom Hassverbrechen eindeutig bestraft: Beleidigung, Prügelei oder Mord sind gesetzlich strafbar. Im Rahmen der Forschung wurde festgestellt, dass die Zahl der Gewalttaten gegen LGBTQ-Personen nach dem Jahr 2013 in ganz Russland deutlich gestiegen ist.

In Form einer Diskussion werden die AutorInnen der Forschung ihr Projekt präsentieren, zusammen mit den Gästen der Veranstaltung die aktuelle Situation in Bezug auf LGBTQ-Community in Russland besprechen und das Problem der Anerkennung des Landes als unsicheres Land für LGBTQ-Personen aufwerfen.


Am 1. Oktober um 19 Uhr findet die Ausstellungseröffnung im Rosalux Space (Wriezener Str. 12, 13359 Берлин) statt. Eintritt frei mit voheriger Anmeldung. Öffnungszeiten: 1.10. 19:00-21:00, 2.10 und 3.10. 11:00-19:00 ohne Anmeldung.

Am 2. Oktober um 20 Uhr gibt es eine Diskussion und Präsentation über Hassverbrechen gegen LGBTQ-Personen in Russland (auf Russisch mit Übersetzung auf Englisch). Die Ausstellung wird im Rahmen von Red Square Festivals in Kooperation mit Quarteera e.V. organisiert.